Praxis
Siezen, duzen und Genderstrategie
In der letzten Zeit ist viel passiert, nicht nur ganz allgemein in der Welt, sondern auch in meiner Praxis. Mir ist aufgefallen, dass das Durchschnittsalter meiner Patientys und Klientys deutlich gesunken ist. Diese Veränderung führte dazu, dass ich mir über mein Wording Gedanken machen musste, denn ich merkte, dass mich die Frage nach der richtigen Anrede zunehmend vom Schreiben abhielt. Deshalb möchte ich meine Gedanken dazu einmal mitteilen und erklären.
Siezen und Duzen
Lange habe ich auf meiner Website die Sie-Form gewählt. Inzwischen spreche ich Dich hier überall mit Du an, weil sich das für mich und für die Menschen, die zu mir kommen, natürlicher anfühlt. In der Praxis biete ich jedem das Du an, der ungefähr im gleichen Alter oder jünger ist. Der Höflichkeit halber tue ich das bei meinen älteren Patientys nicht von mir aus. Schließlich bin ich gut erzogen und weiß, was sich gehört. Aber ich freue mich natürlich, wenn sie mir das Du anbieten.
Genderstrategie
Bei zunehmend jüngerem Publikum ist auch das Gendern ein Thema, mit dem ich mich auseinandergesetzt habe. Allem voran möchte ich ganz deutlich klarstellen, dass ich grundsätzlich jeden und jede anspreche, der oder die sich für das interessiert, was ich schreibe. Aber auch ich bin nur ein Mensch, und so braucht auch bei mir jede Umstellung ein wenig Zeit. Ich bedanke mich also vorsorglich schon mal für Deine Geduld.
Unsere Sprache lebt
Latein ist eine tote Sprache, hier wird sich niemals irgendetwas verändern oder modernisiert werden. Deutsch ist aber nicht tot, Deutsch lebt. Genauso wie die Menschen, die unsere Sprache sprechen. Und ob wir wollen oder nicht, dadurch wird sich unsere Sprache fortlaufend an die aktuellen Zeiten anpassen und verändern. Denn Leben heißt Veränderung. Aus meiner Sicht ist es also Energieverschwendung, mich darüber aufzuregen, dass meine Kinder Artikel für überflüssig halten, sie die letzten Buchstaben von Wörtern verschlucken und „yo“ ihre beliebteste Konjunktion ist. Manches davon wird sich wahrscheinlich als Veränderung und Lebenszeichen unserer Sprache durchsetzen.
Gendersternchen*innen
Genauso ist es mit dem Gendern. Ich gehe davon aus, dass es sich früher oder später als fester Bestandteil unserer Sprache durchsetzen wird. Also werde ich auch hier keine Energie aufwenden, um dagegen anzukämpfen, sondern freue mich stattdessen lieber, dass es noch keine Vorgabe gibt, wie man zu gendern hat. Denn Doppelpunkte, Sternchen und Unterstriche mitten im Wort finde ich ziemlich holprig und unschön. Ebenso ist es mir zu mühselig, immer beide Formen nacheinander zu schreiben. Und darüber hinaus ist bei diesen beiden Varianten eine nicht-binäre Anrede immer noch nicht eingeschlossen.
Geschlechtslose Endung
Daher habe ich mich entschlossen, es wie die Betreiber meiner Praxissoftware zu handhaben und bei geschlechtsspezifischen Wörtern eine geschlechtslose Wortendung zu wählen. Ein Beispiel: Statt „Liebe Patienten, Klienten und Interessenten …“ heißt es bei mir:
Liebe Patientys, Klientys und Interessentys …
Das bedarf natürlich einer Umgewöhnung. Aber es ist für mich einfach die beste Lösung, da wirklich niemand ausgelassen wird und man den Text trotzdem noch flüssig lesen und schreiben kann.
Aufschlussreiche Aussichten zum Schluss
Wenn Du bezüglich Deiner geschlechtlichen Identifikation noch unentschlossen bist, Dich aber gerne entschließen würdest, bietet die transpersonale Kinesiologie Möglichkeiten herauszufinden, was genau Du wirklich willst. Sie ist eine Coaching-Methode, die das Ziel hat, über den kinesiologischen Muskeltest an Antworten aus allen Ebenen Deines Bewusstseins zu gelangen, also physisch, emotional und mental. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, buch Dir gern ein kostenloses Erstgespräch. Ich freue mich darauf, Dich kennenzulernen.
Herzliche Grüße, Dein René
René Nossek
Heilpraktiker in Bonn-Lessenich, seit 2021. Schwerpunkt: chronische Schmerzen im Bewegungsapparat, muskulär-faszial und ohne Ruck und Knack. Mehr über mich


